Am 27. Mai abends um 22:30 Uhr stiegen wir, mal wieder, in den Kampala Coach Bus ein und begannen unsere Reise, diesmal nach Ruanda. Ein ungewöhnliches afrikanisches Land! Am nächsten Morgen um halb acht kamen wir, nach einer winterlich, kalten Nacht (und das war schon das erste ungewöhnliche Anzeichen…) in Kigali an, wo man sofort feststellen konnte, wir waren definitiv nicht mehr in Uganda!!! Die Strassen sauber, der Verkehr geregelt, die Menschen hilfsbereit (ohne etwas dafür zu verlangen!), die Boda-Fahrer haben HELME auf… Da fragt man sich doch: Ist das noch Afrika???
Nach einigem Berg auf und Berg ab gesteige entschieden wir uns, uns ins “Auberge La Carverne” einzuquartieren und erstmal ein kleines Päuschen zu machen. Nachdem wir dann so halbwegs angekommen waren und uns eingerichtet hatten, gingen wir ins Zentrum der Stadt um uns ein bisschen zu orientieren. (Was etwas gedauert hat, weil die Menschen ziemlich schlechtes Englisch sprechen) Außerdem wollten wir den deutschen Supermarkt finden, von dem Andere schon in Kampala geschwärmt haben, leider brachten wir den halben Tag damit zu.. aber es hat sich auf jeeeeden Fall gelohnt. Denn wie ihr auch auf dem einem Foto sehen könnt, haben wir dort ordentlich eingekauft und abends erstmal ein super leckeres Picknick mit deutschen Brot, Salami, Käse und einem Marmeladen Pfannkuchen von der deutschen Bäckerei gemacht… HIMMEL auf Erden J!
Am zweiten Tag (Samstag) ging es dann in eine sehr interessante Lehrstunde: Ruandas Genozid 1994. Zunächst waren wir im “Memorial Site Museum”, um ein paar Hintergrund Informationen vom Genozid zwischen den Hutus und Tutsis zu bekommen. Es war sehr überraschend und erschreckend, zu erfahren, dass Ruanda ursprünglich EIN Volk mit EINER Kultur war und der Unterschied zwischen Tutsis und Hutus erst mit den Kolonialmächten kam (bis 1914 Deutschland und danach Belgien). Wie zu Zeiten des zweiten Weltkrieges wurden Ruander von den Weißen vermessen und die, die eine etwas schmalere Nase hatten, von der Statur groß und gut gebaut waren, mussten, nach Meinung der Weißen, auch von den Weißen abstammen und waren deshalb höher gestellt. So kam es, dass Jahrzehnte lang die Tutsis den Hutus vorgezogen wurden und privilegiert waren. Nachdem die Tutsis dann aber Ende der 50er Jahre die Unabhängigkeit Ruandas wollten, entschieden die Belgier, den Hutus mehr Macht zu geben, weil die nicht so “aufmüpfig” waren. Und seit diesem Zeitpunkt sollte Ruanda für Jahre keinen Frieden kennen… Die Hutus waren natürlich frustriert und sauer über die Jahrzehnte lange Unterdrückung und begannen die Tutsis als minderwertige Kakerlaken zu beschimpfen. Mit der Unabhängigkeit Ruandas in den 60er Jahren dann begannen still und leise die Abschlachtungen der Tutsis, und Aufstellung von Gesetzen, die verboten jeglichen Kontakt zu Tutsis zu haben. Viele hatten keine andere Wahl als in die benachbarten Länder (hauptsächlich Kongo und Uganda) zu flüchten. Über die Jahre bildeten die Tutsis im Ausland die RPF , eine Bewegung, die in den 90er Jahren in Ruanda einmarschierte und verlangte zurückkehren zu dürfen. Der heutzutage genannte Genozid begann dann erst im April 1994, doch schon viel früher (70er, 80er und 1992) gab es regelrechte Massaker an den Tutsis. Doch alleine von April bis September 1994 gab es über eine Million Tote.
Später am Tag fuhren wir dann in zwei Kirchen (Ntarama und Nyamati), wo zu dieser Zeit tausende von Tutsis Schutz gesucht hatten. Man dachte natürlich, dass man im “Haus Gottes” sicher war, doch auch davor machten die Hutu-Milizen keinen Halt. Mit Handgranaten sprengten sie die Tür auf und einige Tutsis rissen sie in den Tot, der Rest sollte gnadenlos abgeschlachtet werden. Mit Kleinstkindern unter zwei Jahren wurde eine Art Spiel gespielt, in dem sie gegen die Wand geworfen wurden, mit dem Ziel einen bestimmten Punkt zu treffen. Noch heute sieht man die Blutspuren an Wänden und Boden. Einfach nur grausam. In den Kirchen liegen auch die Totenköpfe und Knochen der Opfer, sowie die Originalkleidung, was einem erst mal die Zahlen von bis zu 10.000 vor Augen führt, aber auch vor allem, dass all das gerade einmal 16 Jahre her ist. Eine Zeit in der selbst ich schon geboren war und man eigentlich denkt, dass es so etwas nicht mehr gab. Zumal auch die westliche Welt eine große Rolle gespielt hat, und zwar leider keine besonders gute!! (Aber das könnt ihr selbst nachlesen, wenn es euch interessiert, ich denke das würde den Rahmen, des Berichtes sprengen…)
Alles in Allem war es ein ziemlich anstrengender, aber eben auch sehr interessanter Tag, da wir viel über das Land gelernt, aber auch von Ruanda gesehen haben. Abends haben wir dann wieder unser Abendbrot im “La Galett” (der deutsche Supermarkt) gekauft und ein zweites seeeehr leckeres Essen gehabt.
Am nächsten und leider auch schon letzten Tag in Ruanda, ging es ziemlich früh raus, denn wir wollten ins 2 ½ Stunden entfernte Kibuye, wo es einen wirklich schönen Strand geben sollte, laut Reiseführer zum mindest… denn wir fanden ihn nicht J Doch dafür haben wir einen schönen Spaziergang gemacht mit wunderbarer Aussicht. Dann wurde gepicknickt (wir haben uns morgens Brote geschmiert.. herrlich :p) und zum Schluss noch eine Bootstour zu einer Mini-Insel, von der man über Steine zu einer anderen kleinen Insel kam. Gegen 16 Uhr ging es auch schon wieder zurück nach Kigali, wo wir noch schnell, in letzter Minute, ins “La Galett” gehuscht sind, um ein letztes Mal die deutschen Köstlichkeiten auszukosten… Geschlafen haben wir die letzte Nacht im St. Pauls eine kirchliche Einrichtung, die super schön und viel billiger war. Übrigens wurde in der St. Famille Kirche (die zu der gleichen Einrichtung gehört), 1994 tausende von Tutsis gerettet.
Montagmorgen um 5:45 Uhr stiegen wir in den Bus nach Kampala und unsere Reise nach Ruanda ging zu Ende
(13) 28.04.2010 – Tanzania …
Am Sonntag den 28. März holten Lena und ich, ihre Freundin Anna vom Flughafen in Entebbe ab, womit unsere Reise quasi begann. Es war ein ziemlich komisches Gefühl nach 8 Monaten wieder zu dem Flughafen zu fahren, wo man selbst in 4 Monaten wieder abreisen würde… Doch haben wir uns durchgerungen, Anna abgeholt und dann zu Hause ein richtiges “Deutsches Abendbrot” gehabt, worauf Lena und ich uns schon seit Anfang des Jahres gefreut hatten. Salami, Gouda, Leberwurst und HAMMER GEILES gutes altes Dunkles Körnerbrot…. Himmel auf Erden. Das kann jemand, der nicht 8 Monate ohne richtiges Brot auskommen musste, nicht nachvollziehen, aber es war wirklich ein reiner GENUSS. (Anna hat uns wohl auch ein wenig schief angeguckt:P… hihihi)
Am Montag lernte Anna dann kurz unser Projekt und die verrückte chaotische Innenstadt Kampalas’ kennen, in der wir noch letzte Besorgungen machen mussten.
Und dann am Dienstag 30. März sollte die große Reise losgehen:
Nach 22 überraschend erträglichen Stunden Busfahrt kamen wir in Arusha an und waren gleich erstmal verloren. Wie nur wenige von euch wissen werden, hatten wir im Voraus von Uganda aus alles mögliche versucht, um etwas zu buchen, bzw. zu planen, doch sind gescheitert. Sprich wir standen also erstmal am Rande einer fremden Stadt in einem fremden Land mit unseren Backpacker Rucksäcken, wo kaum jemand englisch sprechen konnte. Stück für Stück bahnten wir uns den Weg bis hin zum Stadtzentrum. Um so näher wir dem Zentrum kamen, desto mehr Männer von den verschiedensten Safari Unternehmen hatten wir an unserer Backe kleben. Wir hatten noch nicht mal eine Unterkunft für die Nacht gefunden, sollten aber schon eine Safaritour buchen. Puh ganz schön anstrengend…
Nach dem wir dann aber doch eine ziemlich billige Unterkunft, aber hygienisch in einem völlig akzeptablem Zustand, gefunden hatten gingen wir los, um uns die Stadt anzugucken und zu sehen was für Safariangebote sich so finden lassen. Leider unterbrach mein immer mehr anschwellender Arm unseren gemütlichen Stadtspaziergang und wir mussten zum Arzt fahren. Es sollte sich jedoch heraus stellen, dass die vom Reiseführer angeblich gute, aber etwas teure Arztpraxis ein totaler Reinfall war. Der ach so kompetente Arzt meinte, ich hätte einen Pilz im Arm, was er auf die Überreste des Fenistil, dass ich mir gegen das Jucken aufgetragen hatte, zurückführte… Ahhh ja, sehr interessant. Gut, ich hatte nun einen ungefähr dreifach so dicken Arm, als normal, wusste aber nicht im Geringsten woher das kam… Schöner Auftakt…
Im laufe des Tages fanden wir dann noch eine ziemlich gutes Safariangebot. Ein Tag Arusha National Park mit einer Walkingsafari und einem Game Drive. Sowie einen Tag Game Drive im Ngorongoro Crater für nur 260$. Gleich am nächsten Tag sollte es losgehen.
Wir trafen uns also um 7 Uhr morgens mit zwei am Vortag kennen gelernten “Hippies” (würde ich sie frecherweise einfach mal nennen), die auch auf Safari-Suche waren und begangen nach der Bezahlerei unsere Tour. Zunächst machten wir die Walking Safari, bei der wir Büffel und Giraffen aus allernächster Nähe sehen konnten. Einmal rannten die Giraffen sogar (!!) WOW der Hammer. Es sieht echt aus, als würden sie in Zeitlupe rennen. J. Danach wanderten wir noch einen Berg hinauf und hatten wohl eine wunderschöne Aussicht ... (Bilder folgen demnächst).
Nach einem ausgiebigen Mittagessen ging es dann auf den Game Drive, bei dem wir auch alle möglichen Tiere (Paviane, Giraffen, Affen (mit langem schwarz-weissen Schwanz, Zebras, Büffel, Antilopen und Antilopen-ähnliche Tiere) sehen konnten. Leider waren sie oft aber recht weit weg. Abends ging es dann auf die 3stündige Fahrt zum Panorama Campingplatz. Dort wurden wir überraschend hervorragend bekocht. Und nach dem mein Arm noch mit Aloe Vera verarztet wurde ging auch schon der erste Safaritag zu ende.
Am 2. April hatten wir wieder ein sehr ausgiebiges und leckeres Frühstück und fuhren um 8 Uhr morgens los zum Ngorongoro Crater, wo uns ein 5-6stündiger Game Drive bevorstand. Und ich kann auch sagen, das war wohl mit das faszinierendste was ich seit laaaaaaaaaanger Zeit gesehen habe! Die Aussicht war wie die Kulisse aus einem Film, die Landschaft atemberaubend und die riesigen Tierherden unbeschreiblich. Gnus, Büffel, Zebras, Gazellen, Antilopen, Flamingos. Hyänen, ein Nashorn (leider nur vom weiten), Elefanten, wunderschöne Vögel, Strauße und zu guter Letzt auch die ersehnten Löwen ganz aus nächster Nähe. Doch das absolute Highlight an diesem Tag waren wohl die Jaguars. Super selten gesehen in National Parks, weil es nur noch wenige gibt. Die beiden Jaguars waren als wir am “Schauplatz” (so musste man es schon nennen, denn es standen wohl um die 10-15 Safariautos drum herum) ankamen, gerade auf der Lauer. Wir dachten jeden Moment würden sie auf ein Gnu los und es jagen ... naja ganz so kam es leider nicht, doch immerhin liefen die beiden Besonderheiten der Tierwelt nur ein paar Meter neben unserem Auto vorbei und sprangen über eine Pfütze. Wow! Und ich habe es aufgenommen…
Auch an diesem Tag hatten wir noch einmal ein leckeres Mittagessen, wobei wir neben einem kleinen See standen und Nilpferde beobachten konnten. Ja und dann ging es leider auch schon wieder zurück nach Arusha, wo wir wieder ins Minjas Guest Hours eincheckten, uns seine Soda und Mais zum Abendbrot kauften und sie bei einer gemütlichen Unterhaltung auf unserem Zimmer verzehrten, bevor wir schlafen gingen. Das war nun der erste Teil unseres Tanzania-Abenteuers.
Der zweite Teil begann mit einer ziemlichen Hetzerei als wir erfuhren dass um 10:30 Uhr (es war gerade 10:10 Uhr) der letzte Bus nach Dar Es Salaam abfuhr. Wir hatten also 20 Minuten um uns fertig zu machen, die Sachen einzupacken, das Zimmer zu bezahlen und dann dem Bus quasi hinterher zu rennen. Es folgte eine 10stündige, absolute unbequeme, stickige und durch die viel zu laute Musik sehr anstrengende Busfahrt. Als wir erst gegen 21 Uhr ankamen fanden wir, völlig erschöpft zunächst keine Unterkunft, alles ausgebucht.. *Angst* Wir liefen dann zu einem recht runtergekommenen hauptsächlich von Indern bewohntes Hostel und fanden letztendlich noch ein Doppelzimmer, dass wir uns zu dritt teilen konnten. Da es Ostersamstag war und Anna die traditionelle Ostermesse dieses Jahr nicht ausfallen lassen wollte, gingen wir abends noch in die Kirche. Es war interessant zu sehen, dass selbst am anderen Ende der Welt in einer völlig anderen Kultur die Messe genauso ablief wie sie es auch in Deutschland tut...
Am 4. April 2010 ging es für uns dann nach Zanzibar. Unverschämter Weise gezwungen als Weiße ein VIP Ticket zu kaufen, hatten wir doch eine recht angenehme und entspannte Fährfahrt, die nur so 2-3 Stunden dauerte. Doch einmal Zanzibarischen Boden betreten fing der absolute Stress an. Viele, viele Touris und man musste richtig einreisen mit Pass vorzeigen und so weiter, eine Affenhitze, lange Schlangen und einmal drin wollen dich gleich 10 Taxifahrer irgendwo hinbringen, ohne dass du selber einen Plan hast, wo, wie und was du eigentlich machen möchtest. Puh… doch einmal entschiedenwo es denn hingehen sollte, im Taxi sitzend und die vorbeiziehende Landschaft betrachtend kehrte die Entspannung wieder. Nach einer knappen Stunde Fahrt kamen wir in einem kleinen Ort an. Die Unterkunft lag direkt am Strand und hatte echt schicke, gemütliche Häuschen. Wir quartierten uns sofort ein und gingen erstmal im Indischen Ozean schwimmen. Abends haben wir in einem kleinen lokalem “Restaurant” (drei Tische mit einem Strohdach darüber) einen kleinen Snack gegessen und haben dann den Rest des Abends gemütlich an einem Feuer am Strand verbracht, wobei ich mich mit einem Massai sehr interessant unterhalten habe…
Am Montag, dem 5. April, haben wir nichts Besonderes unternommen und einfach nur am Strand relaxed. Die letzten Tage waren recht hektisch und mit vielen neuen Eindrücken, die einen schon ganz schön schaffen können. Wir entschieden noch eine Nacht zu bleiben, um am nächsten Tag schnorcheln zu fahren, bevor wir zurück nach Stone Town (Zanzibars Hauptstadt) fuhren, um uns auch noch die Stadt anzusehen. Das schnorcheln war auch eine neue Erfahrung, zunächst bin ich überhaupt nicht mit den Schnorchelgeräten klargekommen, doch nach einer Eingewöhnungsphase konnte ich so einige Fische (unter anderem Dori-Fisch aus dem Film “Nemo”, für die, die ihn kennen) beobachten. AmNachmittag ging es dann in einem “Dala-Dala”, ein umgebauter Frachtwagen, nach Stone Town. Dort gingen Lena und ich (Anna fühlte sich nicht so gut) dann für unser Abendbrot einkaufen. Es stellte sich allerdings heraus, dass alle Supermärkte schon um 18 Uhr (!!) schlossen und wir waren gezwungen uns auf einem, wegen den Touristen, völlig überteuerten Markt kleine Snacks zu kaufen.
Am 7. April ging es dann los zum Touri-Shopping. Wie liefen ziellos durch die vielen winzigen und engen Gassen von einem Touri-Laden zum nächsten. Eine echt schöne Stadt, in der man sich lebhaft vorstellen kann wie die Seefahrer früher hier gehaust haben. Nach einer kleinen Pause in einem Café entschieden wir uns Tickets zu kaufen, um am Abend zurück nach Dar Es Salaam zu fahren, denn wir wollten unbedingt noch nach Mafia Islands.
Die Überfahrt sollte die ganze Nacht dauern, denn man ging um 8 Uhr an Bord, doch die Fähre fuhr erst irgendwann nachts ab und kam am nächsten Morgen um 6 Uhr früh an. Die Nacht war kurz und von einem sehr eigenartigen Erlebnis geprägt. Als ich mich gegen 1 Uhr schlafen legte, hörte ich wie außerhalb unseres Abteils eine Frau anfing vor Schmerzen zu schreien. Sie schrie so laut, dass wohl das ganze Schiff es gehört haben musste. Zunächst dachte ich sie läge in den Wehen und stehe kurz davor ein Kind zu bekommen, denn sie schrie in recht regelmäßigen Abständen. Doch als dann auch noch ein Mann anfing lauthals zu beten und die Schreie zunächst weniger wurden, dann aber nach gut 15 Minuten wieder begangen, sich immer mehr schaulustige Männer (nur eine Frau stellte sich dazu), um das Geschehen versammelten und die Frau sich immer mehr zusammenriss ihren Schmerzen nicht freien Lauf zu lassen und mir, nach dem ich fragte was denn da los sei, gesagt wurde ich solle mich schlafen legen und mir keine Sorgen machen, war ich mir recht sicher, dass da wohl bestimmt keine Geburt im Gange war… Ziemlich gruselig und ich kann (und weiß auch nicht so recht ob ich es will) mir auch bis jetzt nicht vorstellen was da wohl passiert ist. Am nächsten Morgen gab es keine Spur mehr von einem ungewöhnlichen Ereignis.
Auf diese schlaflose Nacht folgte dann ein super anstrengender Tag. Wir wollten nach Mafia Islands, hatten aber nicht wirklich einen Plan, wie wir dahin kommen würden. Wir gingen zunächst zu einem nahe liegenden Hotel und fragten nach Informationen. Es sollte also über Mbagala erstmal nach Niamisati gehen von wo aus angeblich eine Fähre abfuhr, die uns nach Mafia Islands bringen sollte. Hört sich eigentlich gar nicht so schwierig an, die Realität sah aber etwas anders aus. Wir fuhren mitten durch den Berufsverkehr ungefähr zwei Stunden bis nach Mbagala. Dort stiegen wir um in ein anderes Taxi, das war soooooo eng, das habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt. Vier Stunden mussten wir, zu viert gequetscht mit zwei Backpackerrucksäcken in einer Sitzreihe wo bequem vieeelleicht drei Leute, aber ohne jedes Gepäck haetten sitzen können, ausharren. Unmöglich, für mehrere Stunden, auch nur unsere Beine zu bewegen, schwitzend und super hungrig kamen wir dann in Niamisati an… ein Segen! – Oder auch nicht… Wir fragten nach der Fähre “Wie Fähre? Keine Fähre!” War die Antwort von den Einwohnern, die so gut wie kein Englisch sprachen. “Zum Glück” stellte sich heraus, dass es zwar schon eine Fähre gab, die aber schon vor zwei Stunden abgefahren war und nur einmal am Tag fuhr. Gut, da saßen wir nun mitten im Nichts umringt von Leuten, die fast kein Englisch sprachen. Wir saßen erstmal bestimmt gut eine Stunde da, ohne zu wissen was wir tun sollten. Dann kam aber ein Junge, Abdulah, der ganz gutes Englisch sprach und uns zu einer Art “Guest House” brachte, daseinfach ein kleines Haus war, in dem es so 3 bis 4 Räume gab, die ein breites Bett als Möblierung hatten. Wir mussten uns zu dritt ein Bett teilen und das obwohl es super heiß war. Es stand uns also eine nicht all zu schöne Nacht bevor.
Am nächsten Morgen erwachten wir und es herrschte eine Art Kater-Stimmung. Anna fühlte sich ziemlich schwach, Lena war ziemlich krank (Erkältung) und ich super erschoepft, weil ich, schon die zweite Nacht infolge, so gut wie gar nicht geschlafen hatte. Unser Frühstück bestand aus einem Chapati und ein paar Keksen, was unseren Hunger nicht wirklich stillte, aber etwas anderes gab es eben nicht. Um 14 Uhr fuhr dann die “Fähre” ab (ein seeehr großen einfaches Fischerboot, das ziemlich doll schwankte…) Gegen 17:30 Uhr kamen wir dann eeeeendlich am Ziel an! Mafia Islands. Es hatte sich gelohnt. Eine Insel, die wohl von den meisten Touristen noch nicht entdeckt worden war und deshalb an manchen Stellen etwas urwalderisch wirkte :P. Auf ein Neues quartierten wir uns in ein Guest House ein und fielen nach einem ordentlichen Abendbrot völlig erschöpft ins Bett.
Der nächste Tag, war dann komplett zur Erholung da. Wir verbrachten ihn komplett am Strand, gingen schwimmen oder lasen. Abends hatten wir dann in einem lokalen Restaurant ein unerwartet super leckeres Essen. Leider mussten wir am nächsten Morgen sehr zeitig die Fähre zurück zum Festland nehmen, da schon am Dienstag (es war Sonntag) das Ende unserer Reise anstand und wir sicherstellen wollten, auch wirklich rechtzeitig in Dar Es Salaam zu sein, um den Bus nach Kampala nehmen zu können. Die Rückfahrt von Niamisati war genauso strapazenreich und schrecklich wie die Hinfahrt, nur mit zwei Autopannen mehr, dafür aber etwas mehr Beinfreiheit.
Den letzten Tag unserer aufregenden Reise verbrachten wir damit, uns auch endlich mal Dar Es Salaam naeher anzuschauen und es uns gut gehen zu lassen. Wir gingen Essen, kauften uns einen Milkshake, setzten uns in den Park, liefen gemütlich durch das etwas zu heiße Stadtzentrum und krönten alles mit einem fetten, leckeren Sandwich von Subway!!!!
Auch die über dreißigstündige Busfahrt von Dar Es Salaam bis nach Kampala war zieeemlich angenehm (besonders nach der Erfahrung von den zu engen Taxis nach und von Niamisati !!! J) Nur die Begrüßung in Kampala war nicht der schönste Abschluss unserer Reise, denn wir wurden gleich einmal vom Conducter beschissen. Doch kann dies NATÜRLICH nicht ansatzweise einen Schatten über das unglaubliche Tanzania-Erlebnis werfen.
Auch hier möchte ich mich noch einmal ganz doll bei meiner Mama und meinem Onkel dafür bedanken, dass sie dies möglich gemacht haben!!!!!!!!
D A N K E ! ! !
(12) 19.04.2010 - Laaang ist’s her…
Wie ich euch ja schon angekündigt hatte, war März ein ziemlich interessanter und spannender Monat, in dem viel passiert ist. Sowohl auf Arbeit, als auch in meiner Freizeit und was reisen angeht, habe ich so einiges zu berichten. Schließlich ist auch schon wieder über ein Monat vergangen, seitdem ich mich das letzte Mal bei euch gemeldet habe. Gut ich fang mal von Vorne an:
Da Ende März mein erster richtiger Urlaub anstehen sollte, hatten wir so einiges auf Arbeit zu schaffen. Wir sind von Schule zu Schule gerannt, um für jedes Kind die Schulgebühren zu bezahlen, alle einen kurzen Dankesbrief an ihre Sponsoren schreiben zu lassen und Fotos der Kinder in Schuluniform zu machen. Dann haben wir mit diesem “Material” für alle Sponsoren ein kleines Überraschungspäckchen zusammengestellt, und ihnen zu geschickt, um Danke zu sagen. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen und war nicht einfach in so kurzer Zeit zu schaffen, da wir nicht nur die Gebühren unserer gesponserten Kinder bezahlten, sondern auch von denen die von US-amerikanischen Sponsoren Unterstützung bekommen, was noch mal genauso viele Kinder waren. Doch hat es auch viel Spaß gemacht, den Kindern beim Briefe schreiben zu zugucken, und zu sehen wie glücklich sie sind zur Schule gehen zu können.
Des weiteren haben wir auch das nächste Holiday Program detailliert und ausführlich geplant. Denn wir hatten uns vorgenommen, dass es dieses Mal besser laufen würde. Ein bisschen überrascht war ich schon, wie kreativ Lena und ich werden konnten, wenn es darauf ankam, Beschäftigungen für die Kinder zu finden. Wir haben uns verschiedene Spiele ausgedacht, aber auch versucht Diskussions-Einheiten einzuführen, in denen die Kinder lernen zu kommunizieren, sich auszudrücken und zu diskutieren. Das ist etwas, das hier wirklich noch sehr vernachlässigt wird. Das hört sich jetzt wahrscheinlich ziemlich hochgestochen an, ist es aber eigentlich gar nicht, da es wirklich um Basisfähigkeiten geht. Wir sind sehr gespannt ob die Kinderunser Programm mögen, bzw. auch verstehen werden, da es eine ganz andere Art ist zu lernen/spielen, als sie es kennen…
Dann habe ich in meiner freien Zeit ein neues Projekt angefangen. “African Revolutions Movements”, heißt das Tanzprojekt und ist eine ganz andere und neue Art zu tanzen für mich. Drei Mal die Woche treffen wir, 7 Tänzer und Tänzerinnen uns, um an dem neuen Stück zu arbeiten. Es geht um die Entwicklung der neuen “modernen” in Dunkelheit tappenden afrikanischen Gesellschaft. Man hat keinen Blick mehr für den Weg den man gerade geht. Menschenleben sind nicht mehr viel wert, die Kriminalitätsrate steigt und steigt und besonders die Jugendlichen, die ihre Schule abbrechen mussten, keinen Job gefunden haben und auch sonst keine Verpflichtungen haben konzentrieren sich auf die Digitale Welt, die in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten Afrika erreicht hat. Brutale Videospiele und blutige Horrorfilme sind ihre Hauptbeschäftigung. In einer, besonders für Europäer, recht abstrakten Tanzart versuchen wir dies auf die Bühne zu bringen. Mal sehen wie das Ergebnis auch hier aussieht, wir dürfen gespannt sein…
Zum Schluss komme ich dann doch zum spannendsten Teil meines März 2010. National Park 1 Murchison Falls: Theoretisch war alles geplant. Wir würden an einem Donnerstag los nach Masindi fahren, uns in ein Hostel einquartieren, am nächsten Morgen unsere zweitägige Safari mit Yebo-Tours machen und dann am Samstagabend wieder zurück nach Masindi und von dort zurück nach Kampala fahren. Tja wenn geplant hier mal fest geplant wäre… Es sollte sich herausstellen das die “tolle” vom Reiseführer empfohlene Autovermietung YEBO-Tours als völlig inkompetentes und unzuverlässiges, wahrscheinlich auch korruptes, Unternehmen war. Am Donnerstag kamen wir nachmittags an und gingen direkt in deren Büro, um eigentlich nur zu klären, wann uns das Auto mit Fahrer am nächsten Morgen abholen sollte.. Natürlich wollten sie plötzlich mehr Geld als vorher per E-Mail vereinbart. Denn wie man uns erklärte sollte der Sprit für einen ganzen Tag (60$) nicht für den ganzen Tag reichen sondern nur für einen einzigen Game Drive, was wohl leicht übertrieben war.Na gut am Ende hatten wir uns dann doch auf etwas einigen können. Nun wollten sie plötzlich eine Anzahlung, doch wegen dieser zweistündigen Diskussion und dem Fakt, dass wir im Hostel direkt gegenüber des Büros waren, sahen wir keinen Grund dafür. YEBO-Tours akzeptierte.. Tja am nächsten Morgen um 5Uhr warteten wir dann vergeblich auf YEBO-Tours. Mit viel Glück und einigem Verhandlungsgeschick, konnten wir uns spontan einen privaten Fahrer an Land holen, der genau die gleiche Safari für weniger Geld mit uns gemacht hat. (Am zweiten Safaritag stand das Auto von YEBO-Tours vor uns und hatte eine ältere Dame im Gepäck, die wohl mehr geboten hat als wir…)
Letztendlich war es aber wirklich ein schönes Wochenende in dem wir vieeel gesehen haben. Elefantenfamilien die sich im Nil eine Erfrischung holen, zackende Warzenschweine, Giraffen, die sich von nichts und niemanden aus der Ruhe haben bringen lassen, Antilopen die grazil durch die Landschaft sprangen und viele andere Tiere. Nur Löwen haben sich uns leider nicht gezeigt.
Da ich sehe, dass der Bericht schon wieder recht lang ist und die Tanzania Reise, den Rahmen wohl sprengen würde, spanne ich euch noch ein wenig auf die Folter und berichte, recht Zeitnah hoffentlich :P,in meinem nächsten Bericht davon.
weraba
(11) JANUAR & FEBRUAR – Up’s and Down’s
Hallöchen ihr lieben fleißigen Leser!
Wie immer ist der letzte Monat, bzw. die letzen zwei Monate super schnell vergangen und wir haben schon Ende Februar. Leider war der letzte Monat auch nicht der schönste in meinem Jahr hier in Uganda. Wie sich jeder von euch vorstellen kann, gibt es nicht immer nur schöne Zeiten in einem so aufregenden Jahr, wie diesem. So hatten wir im Januar vieeeeele, vieeeele Stromausfälle und wenn der liebe Strom sich dann einmal herab gelassen hat da zu sein, hat sich das Internet eine Auszeit genommen. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, war der Januar, deshalb nicht ganz so produktiv wie erwartet. Oft saßen Lena und ich nur da und haben Karten gespielt. Dazu kam, dass man nach einem halben Jahr doch schon mal ein bisschen mehr genervt sein kann von den ständigen Gestarre und “Mzungu-Gerufe”. Natürlich weiß ich, dass das nun mal etwas ist, was man nicht ändern kann und normalerweise lache ich auch darüber oder ignoriere es einfach, doch an nicht so guten Tagen, wenn man nicht so ausgeglichen ist, kann einen das auf die Palme bringen.
Dann stand im Januar wieder das Holiday Program an. Für die, die sich nicht erinnern: Ganz am Anfang meines Jahres, gab es dieses Programm schon einmal. Es soll den von CHAIN gesponserten Kindern auch in den Ferien eine schöne Zeit bescheren. Neben viel Spaß und Spiel, wird mit den Kindern auch an ihrem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gearbeitet. Leider gab es auch hier so einige Schwierigkeiten. Das Programm, dass wir für die Kinder auf die Beine gestellt hatten, konnte leider nicht immer ganz so umgesetzt werden, wie erwartet. Was hauptsächlich daran lag, dass nicht genug Leute anwesend waren. Der eine war auf einem Meeting, der nächste fühlt sich nicht so gut und noch ein anderer liegt mit Verdacht auf “Malaria” krank im Bett. So kam es öfter vor, dass Lena und ich so gut wie allein mit den Kindern zurecht kommen mussten, da der eine der noch da war, sowieso schon zwischen zwei Stühlen tanzte. Außerdem mussten wir feststellen, dass manche der Kinder es nicht zu schätzen wissen, was sie an CHAIN haben. Anstatt dankbar zu sein, verlangen manche von ihnen immer mehr und “besseres”, so ist ihnen zum Beispiel der Stift, den wir ihnen zum malen geben, nicht schön genug angespitzt. Dies war einer meiner groooossen Überraschungen über Afrika. Man sagt ja immer, “Afrikaner” haben nicht viel und sind deshalb auch mit kleinen Dingen zufrieden. Das habe ich hier aber schon anders erlebt. Natürlich gibt es auch diejenigen, die sich über alles freuen und super dankbar sind. Doch musste ich feststellen, dass einige Kinder, die von CHAIN schon mehrere Jahre unterstützt werden und quasi mit dieser Organisation aufgewachsen sind, schnell fordernd werden.
Das Gute an diesem Holiday Program war, dass Lena und ich begriffen haben, dass auch wir zu wenig gemacht haben. Das es diesmal nicht so gut geklappt hat lag auch ein bisschen daran, dass wir uns nicht so reingehängt haben, wie wir hätten sollen. Und wir haben uns fest vorgenommen, dass das nächste Ferienprogramm ein voller Erfolg wird!!!
Ein wirkliches Tief in meinem Auslandsjahr war am letzten Wochenende im Januar. Das Mid-Term-Camp! Am Anfang hatten wir sogar noch die Hoffnung, dass dieses Seminar in Kenia sein wird, wie für die Freiwilligen im letzten Jahr. Doch in der Realität sah das leider etwas anders aus. Es war mitten in Kampala in einem recht billigen Hotel. Kommunikation während dieses Wochenende war gleich Null und es gab viele, viele Missverständnisse. Außerdem gab es auch so gut wie kein Programm und ganz generell, hatten wir ein doch recht anstrengendes und Nerven aufreibendes Wochenende. Na ja das Gute ist, dass End-Seminar kann kaum schlechter werden ;-) Und solche Herausforderungen sind es eben, denen man sich in solch einem Jahr gegenüber sieht. Hier in Uganda gibt es eben eine ganz andere Art von Kommunikation, als man sie aus Deutschland kennt. Viel mehr will ich dazu nicht schreiben, weil das mit meiner Organisation auch schon geklärt wurde!
Ein Lichtblick im Februar dann, war der Beginn meines Luganda-Kurses! Dank meiner wundervollen Mamita, konnte ich nun endlich auch in den Luganda-Kurs einsteigen, um meine Sprachkenntnisse deutlich zu verbessern, was für meine Arbeit im Projekt seeeehr hilfreich ist. Abgesehen davon, dass ich Sprachen liebe. Ich verstehe mittlerweile schon einiges mehr in Luganda, was mich motiviert weiter zu lernen, auch wenn mich das zurück auf die Schulbank bringt ... – aus der ich doch gerade erst raus bin ;-)
Was mich allerdings sehr zufrieden macht, ist meine Freizeitgestaltung und soziales Umfeld. Ich kann doch recht stolz behaupten, dass ich mir im letzten halben Jahr einen stabilen Freundeskreis aufgebaut habe und außerdem jeden Tag unter der Woche mittlerweile etwas nach der Arbeit zu tun habe. Montag und mittwochs gehe ich mit Lena zum Basketballtraining, wo wir seit Anfang Januar einen professionellen Coach haben, der uns ordentlich Feuer unter dem Allerwertesten macht. Dienstags und donnerstags habe ich Luganda-Unterricht und am Freitag (leider nur einmal die Woche) Tanztraining. Das verspricht eine ausgefüllte Woche.
Ich weiß, dass der Bericht dieses mal nicht soo positiv ist, wie all die anderen, aber es ist eben das, was ich hier erlebe und es kann eben nicht immer alles nur positiv sein. Trotzdem sollt ihr wissen, dass es mir immer noch sehr gut geht und ich es auch nicht bereue hier her gekommen zu sein oder so. Schließlich bin ich sooo dankbar dafür, was ich hier schon alles lernen konnte und wie ich selbst auch an jeder Herausforderung mehr wachse!
Und im März stehen auch so einige Trips an, die meine Kurve sicherlich in die Höhe steigen lassen werden: Einmal Murchison Falls (mein erster National Park!!!!! Mit wunderschönen Wasserfällen) und TANZANIA. Das wird bestimmt aufregend. Allerdings ist das im kommenden Monat und ich werde später darüber berichten ;-). Ihr könnt gespannt sein ;-)!!
Na dann, webale musoma (danke fürs lesen) y hasta pronto!
Babirye
(10) Dezember
6.1.2010
Mulimutya! Und Frohes Neues Jahr an euch alle!!!
Ich hoffe ihr seid gut reingerutscht???
Ohhhh man jetzt ist es echt schon Januar, das Jahr 2010 hat begonnen! Ganz schön erschreckend wie schnell die Zeit hier vergeht... Jetzt muss ich immer sagen, dieses Jahr geht’s zurück und nicht mehr nächstes. Nun werde ich euch schon von Dezember erzählen, denn es ist schon wieder ein Monat vergangen seitdem ich euch das letzte Mal berichtet habe, heftig!
Der Dezember war recht abwechslungsreich, und auch weiterhin erfolgreich was Lena und mein Sponsorenprojekt angeht. Mehr und mehr Leute melden sich und möchten eine Patenschaft übernehmen, das ist echt so toll. Anfang Dezember kam noch mal so eine Welle, dass wir echt schwer hinterher kamen neue Profile von Kindern zu erstellen. In der ersten Dezemberwoche, waren wir viel in der Community (Gemeinde) unterwegs, um neue Familien und Kinder zu besuchen und kennen zu lernen.
Das Besuchen der Familien ist jedes Mal eine sehr tolle, aber auch lehrreiche Erfahrung. Unter was für Umständen manche Menschen in dieser Welt leben, ohne dass sich viele das in ihren kühnsten Träumen ausmalen können, ist jedes mal wieder erschreckend. In der einen Familie kümmert sich die älteste Tochter (11 Jahre!!) um ihre vier jüngeren Geschwister, da die Mutter schwer krank ist und seit zwei Monaten im Krankenhaus liegt und der Vater den ganzen Tag nach Gelegenheitsjob sucht, damit die Familie was zu Essen hat. Zwei Häuser weiter, lebt eine Familie zu zehnt in einem vielleicht 9 qm kleinen Raum. 7 von ihnen sind Kinder, die jeden Tag mit einer kleinen Mahlzeit auskommen müssen. Einmal waren wir auch grad auf dem Weg zu einer Familie, als uns ein gehbehinderter etwas älterer Mann nach Hilfe anspricht. Er war viele Kilometer an dem Tag gelaufen auf der Suche nach Essen, denn zu Hause warteten 5 hungrige Kinder.
Und so ging es weiter und weiter. Da beginnt man wirklich das Leben anders zu schätzen und umso mehr freue ich mich, dass wir schon so viele engagierte Menschen gefunden haben, die uns helfen wenigstens einige von ihnen etwas das Leben zu erleichtern. Ich kann nur immer wieder DANKE an alle sagen!
Dann komme ich mal zu meinen ersten arbeitsfreien Wochen hier in Uganda:
Am 20.12. ging es nach Soroti, das liegt im Nord-Osten Ugandas. Die Fahrt dahin hat uns einen ganzen Tag gedauert, obwohl es vielleicht grad mal 350 km sind. Denn gleich nach einer halben Stunde Fahrt hatten wir eine Autopanne und mussten wieder zurück und 3 Stunden warten, bis das Auto repariert war. Im zweiten Anlauf hat es dann geklappt und außer, dass ich aus dem nichts ziemlich starkes Nasenbluten bekam, gab es auch keine weiteren Zwischenfälle.
Wir sind also gegen 9 Uhr abends in Serere, Soroti angekommen und wurden wärmstens von der Familie von Dorcas empfangen! Es gab dann nur noch ein sehr leckeres Abendbrot und ein kurzes Kennen lernen, bevor wir völlig erschöpft ins Bettchen gefallen sind. Am nächsten Tag war dann volles Programm. Nach einem gemütlichen Frühstück und einem kurzen Shopping für die Oma (Reis, Mehl, Seife etc.) ging der „von einem Haus zum Anderen“ Marathon los. In einer so ländlichen Gegend wie Soroti kann man nämlich nicht einfach nur mal eben die Oma besuchen, sondern jeder noch so entfernt verwandte (und hier ist irgendwie jeder mit jedem verwandt..) muss zum mindest kurz begrüßt werden. Das hieß, alle zehn Minuten blieben wir stehen und ein kurzer Smalltalk wurde gehalten. Bis wir dann endlich nach Stunden und ungefähr 8 verschiedenen Familien bei unserem eigentlichen Ziel, der Oma von Dorcas, ankamen. Auch hier wurden wir super lieb in Empfang genommen. Als wir unsere Mitbringsel der Oma gaben, hat sie sich auch sooo sehr gefreut. Das finde ich auch eine der schönsten Dinge in ärmeren Ländern: Die Menschen wissen noch, wie man sich wirklich über etwas freut, selbst wenn es „nur“ Basisdinge sind, wie Reis, Seife, Mehl und Zucker. Diese Erfahrung durfte ich schon in Lateinamerika bei meiner Familie machen..
Von der Oma aus sind wir dann noch zu einem Onkel von Dorcas gefahren und dann abends wieder zurück, wo wir für die drei Tage gewohnt haben.
Am nächsten Morgen ging es dann zu einem der größten Märkte der Region und da es der letzte Markttag vor Weihnachten war, war es super voll. Lena und ich hatten ein bisschen Bedenken dahin zu gehen, weil wir es aus Kampala kannten, dass die Leute echt unangenehm und nervig werden können, wenn sie Weiße sehen und hier in Serere, war vorher ziemlich wahrscheinlich noch kein einziger Weißer. Wir machten uns also auf etwas gefasst.. Doch überraschenderweise passierte nicht viel. Die Leute starrten zwar, aber auf eine neugierige Art und Weise und nicht aufdringlich. Ein, zwei Mzungu-Rufe gab es auch, aber das ist halt normal. Es war angenehm auf dem Markt herumzulaufen und einfach nur das Geschehen zu beobachten. Sobald wie möglich werde ich auch Fotos davon hoch laden.
Am 23. ging es dann leider wieder zurück ins laute, dreckige und chaotische Kampala. Doch zuvor am Morgen haben wir noch eine befreundete Familie, eine Tante von Dorcas und einen weiteren Freund besucht. Und da es etwas ganz besonderes ist Mzungus im Haus zu haben, wollte jeder uns etwas zu Essen andrehen. Sodass wir um 12 Uhr schon bei unserer dritten Mahlzeit an diesem Tag waren und es waren keine Snacks!! Ich dachte echt ich platze gleich, aber es wird als unhöflich angesehen, wenn man Essen abzulehnen. Außerdem, wenn das Essen dann auch immer so verdammt lecker ist... was soll man machen? J
So, Lena und ich hatten also ein wenig von dem ugandischen Landleben geschnuppert. Es war ein bisschen schade, dass wir nicht so richtig das Leben dort kennen lernen konnten, da wir erstmal nicht viel Zeit hatten und dann, wurden wir auch mit dem leckersten und verschiedensten Essen voll gestopft, was ja nun eigentlich überhaupt nicht normal ist, denn normalerweise gibt es Posho (gemacht aus Mais) und Erdnuss-Soße oder Bohnen und jeden Tag. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung und wir haben sooooo viele wunderbare Menschen kennen gelernt!
Und dann kam Weihnachten... das etwas anders aussah als in Deutschland, wie ihr euch sicherlich vorstellen konntet. In Uganda besteht Weihnachten zu 70% aus ESSEN!! Anstatt also schön auszuschlafen, standen alle um halb sieben Uhr morgens auf und begannen zu kochen (mir haben sie eine halbe Stunde länger gelassen, wahrscheinlich weil sie wissen das früh aufstehen nicht ganz so mein Ding ist :P...). Während meine Gasteltern in der Kirche waren, bereiteten alle anderen das Essen für den Tag vor, Massen von Essen!!! Um 10 Uhr wurde dann ganz ausführlich gefrühstückt (was ganz untypisch für Uganda ist, da es normalerweise nur aus einer Tasse Tee und einem Snack besteht). Dann ging auch der Rest der Familie in die Kirche. Als wir gegen 13 Uhr wiederkamen gab es schon wieder Mittagessen, obwohl man eigentlich noch vom Frühstück voll war. Dann wurde ein Film geguckt und während er lief, verschwanden die Leute, einer nach dem anderen. Mittagsschlaf. Essen verdauen. Denn als alle wieder aufwachten, ging es weiter mit der Fresserei, jetzt gab es Schokoladenkuchen und vieeeeeeele Süßigkeiten. Den Rest des Abends wurde dann noch in großer Runde gespielt.
Am nächsten Tag ging es dann gegen 14Uhr weiter mit Essen. Die Tochter einer befreundeten Familie hatte Geburtstag. Innerhalb von 5 Stunden gab es zwei Mahlzeiten und viel, viel Kuchen...
Schon am darauf folgenden Tag ging es weiter im Weihnachtsprogramm. Wir besuchten die Familie meines Gastvaters auf dem Dorf. Auch hier haben wir hauptsächlich gegessen, aber auch viel gespielt und etwas Gartenarbeit gemacht.
Neben all dem Programm war ich auch noch dabei mit einem Kumpel einen Auftritt vorzubereiten der am 30.12. war. Wir hatten nur drei Proben und vollendeten die Choreographie am Auftrittstag. Dieser war auch ein völliges Chaos und raubte mir einige Nerven (was jetzt aber nicht negativ aufgenommen werden soll!!!). Denn ich war mega aufgeregt, war mir nur unsicher mit der Choreo und die meisten anderen Tänzer, tanzten professionell, außerdem ging mein Tanzpartner eine Stunde vor dem Auftritt mal eben noch schnell in die Stadt, um sich sein Outfit zu kaufen. Und dann ca. 5 Minuten bevor der Auftritt begann, sagte man mir, dass alle ganz am Anfang eine Minivorschau von dem geben, dass sie machen werden.. Aeeehhh wie bitte? In letzter Sekunde ist dann mein Tanzpartner allein auf die Buehne gegangen und hat etwas improvisiert. Letztendlich war der Auftritt aber ganz gut, auch wenn ich danach total erschoepft war wegen der ganzen Aufregung. Tja ich bin eben nicht in Deutschland... ;-)
Tja ja und dann stand schon Sylvester vor der Tür.. Ich konnte es gar nicht glauben.
Ich bin mit Freunden zum Hotel Africana gegangen. Da war ein Konzert von Navio (dem Musiker, den ich hier kennen gelernt habe) und anderen ugandischen Künstlern und um zwölf Uhr gab es ein Feuerwerk. Nach Navio’s Auftritt sind Lena und ich mit ihm und seinen Freunden paradoxerweise in einer Limousine ins neue Jahr gestartet und das in Uganda ...hehe... und dann sind wir auch noch auf eine High Society Party gefahren, was wir vorher allerdings nicht geahnt hatten. Alles in Allem war der Abend aber ganz lustig und es war ein schöner, spaßiger Start ins Jahr 2010!
Mittlerweile sitze ich wieder im Office unter der Alltag ist wieder eingekehrt. Heute hat wieder das Holiday Program (Ferienprogramm) begonnen, dass wir auch schon am Anfang unseres Jahres stattgefunden hat. Doch davon ein andern Mal mehr...
(Tut mir leid dass ich euch immer so ne Batzen vor setze, aber komme leider nicht so oft zum Berichte schreiben ;-)
Weraba, Adios and Tschüssiiiii
(9) November
11. Dezember 2009
Oliotya,
Oh man jetzt ist schon wieder ein Monat vergangen seitdem ich euch etwas über meine Zeit hier berichtet habe! Die Zeit vergeht echt rasend.. da kommt man echt nicht hinterher... Und dann kommen auch noch die häufigen Strom- und Internetausfälle dazu.
Es gibt also mal wieder ein bisschen was zu erzählen. Zunächst mal das Tollste, das Sponsorenprojekt! Wie ihr ja auf meiner Seite sehen konntet, hat sich da einiges bewegt. Mittlerweile sind schon für 19 Kinder Sponsoren gefunden worden, und 6 weitere sind gerade dabei sich Kinder auszusuchen. WOW das ist wirklich soooo toll und macht mich, ehrlich gesagt ein wenig stolz. Nach all den Strapazen und Problemen, nimmt es richtig Formen an. Es ist wirklich nicht so einfach, wie man es sich denkt, hier so etwas aufzubauen. Da kommen Hindernisse auf, an die man vorher echt überhaupt nicht denkt ... Zum Beispiel finde ich es echt eine Unverschämtheit, wie viel die Banken sich selbst in die Tasche stecken. Da kassieren echt die deutsche UND die ugandische Bank Gebühren! Wir mussten echt gucken, dass die nicht mehr an der ganzen Sache profitieren, als die Kinder.
Dann sind die häufigen Stromausfälle und das langsame Internet auch echt eine große Geduldsprobe. Da kommt man extra früh ins Office um den Berg an Arbeit zu erledigen und dann gibt es kein Strom, den ganzen Tag und man sitzt da und kann NICHTS machen. Das ist echt frustrierend. Oder man will in die Community gehen, um Familien zu besuchen und man muss ewig auf denjenigen warten, der mit einem gehen soll. In der Zeit hätte man so viel anderes machen können, aber es hieß dann immer, “ja ich komme gleich, gleich geht es los... in 10 Minuten bin ich da...” Tja aus 10 Minuten werden dann mal schnell ein oder zwei Stunden. “African Time eben...” doch damit lernt man dann mit der Zeit umzugehen.
Stolz bin ich aber nicht nur auf mich, sondern auch auf die, die sich dafür entschieden haben die Kinder hier in Uganda zu unterstützen!
DANKE an all die Sponsoren!!!!
Ich bin gespannt, wie viele Kinder wir Anfang Februar 2010 zur Schule schicken können.
Das Theater Projekt läuft leider nicht so gut, wie erwartet. Von den 12 Leuten sind noch 7 übrig und wenn die andern sich nicht bald wieder melden, wird das wohl nichts mehr. Meine Hoffnung ist, dass sich nächstes Jahr wieder neue Leute finden, die sich uns anschließen. Dann müssen wir zwar wahrscheinlich noch mal von Vorne anfangen, aber es wäre immerhin noch ein zweiter Versuch. Die Hoffnung stirbt zuletzt: ;-)
Inzwischen ist der erste Term im Preschool Programm vorbei. Nach ersten Anfangsschwierigkeiten klappte die Zusammenarbeit zwischen uns (der Lehrerin Robinah und Lena und mir) recht gut. Knackpunkt dabei war das Meeting am 10. November, in dem wir ziemlich offen die Kommunikationsprobleme ansprachen, wie auch unser Problem damit, dass Robinah die Kinder geschlagen hat, wenn sie mal nicht sofort gehört haben. Es war nicht einfach, das anzusprechen, da man ja nicht wissen kann, wie das hier, in einer so anderen Kultur, ankommt. Überraschenderweise wurde die Kritik einfach angenommen und sogar eingesehen. Und gleich am nächsten Tag merkte man einen Unterschied. Robinah kommunizierte mit uns, sie sprach alles mit uns ab und hat auch seit dem Meeting keine Kinder mehr geschlagen.
Umso überraschter waren wir, als wir letzte Woche herausfanden aus was für einem Hintergrund Robinah kommt. Wir wussten, dass sie arm ist, aber so…
Da das Sponsorenprojekt so gut anlief, half uns Robinah dabei Familien zu identifizieren, die wirklich Hilfe benötigen. Darunter war auch ihre eigene. Es war schockierend für uns, unter welchen Umständen sie mit ihrer Familie wohnt. 10 Leute in einem Raum der nicht größer als 8-9 qm. In den zwei schmalen Betten, die fast den gesamten Raum ausmachten, schliefen jeweils 4 Leute, einer auf einem Sessel, der in die Ecke gequetscht war und die Mutter von Robinah schlief jede Nacht sehr beengt auf dem nackten Fußboden. Bevor Robinah den Job bei Chain bekommen hat, mussten ihre Mutter, eine Schneiderin, und eine ihrer Schwestern (Kellnerin) alleine für das Einkommen der Familie sorgen. Die Familie ist also wirklich arm und umso beeindruckter waren wir von Robinah, wie gut sie mit Kritik umgehen kann!!
Ich merke hier zum ersten Mal, wie wichtig Kommunikation wirklich ist! In Deutschland ist das ja an der Tagesordnung und es wird meistens einfach frei Schnauze alles herausposaunt, was einem nicht gefällt. Hier in Uganda merkt man allerdings jeden Tag, das die Menschen nicht besonders darin geübt sind, sich klar auszudrücken, zu sagen was sie stört oder auch einfache klare Antworten auf einfache und klare Fragen zu geben. So hat man zum Beispiel das Gefühl, dass Ugander lieber irgendetwas sagen, anstatt einfach “das weiß ich nicht!” oder “das gefällt mir nicht!” Deshalb arbeiten wir auch gerade daran, unsere Kollegen im Kommunizieren zu üben ;-) Langsam aber sicher, merkt man auch schon einen Fortschritt.
Etwas nicht ganz so Schönes diesen Monat, waren die vielen Arztbesuche. Zum Glück war zwar nicht ich die Patientin, aber Lena und ich habe mit ihr gelitten.. Sie hatte ein Abszess oder so ähnlich am Kinn, das aufgeschnitten werden musste. So etwas entsteht wenn dreckiges Wasser in noch so kleine Wunden kommt. Es ist ziemlich schmerzhaft. Jeder zweite Freiwillige von unserer Organisation hier in Uganda hatte so etwas schon, eine sogar soo oft und schlimm, dass sie ihre Zeit in Uganda abbrechen musste. Ich bin heil froh, dass ich selbst damit noch nicht zu kämpfen hatte und meine Gasteltern ganz viel Desinfektionsmittel haben, womit ich mein Wasser desinfizieren kann.
Ach und dann habe ich ja noch gar nicht von der World Cup Trophy erzählt! Die ist nämlich während ihrer Afrika-Tour auch nach Uganda gekommen, am 15. November. Lena und ich haben sogar ein Foto mit ihr machen können. Noch eine Besonderheit an dem Tag: Ich habe Grashüpfer gegessen! Das war eine ziemliche Überwindung, denn normalerweise bin ich nicht so experimentierfreudig, wenn es ums Essen geht. Doch ich habe es gemacht, einfach Augen zu und runter damit. Es war auch gar nicht so schlimm wie erwartet, auch wenn das bestimmt nicht mein Lieblingssnack wird. :D.
Na gut ich glaube das reicht dann erstmal, soo viel Besonderes ist dieses Monat nicht passiert. Gespannt bin ich auf den Dezember, schließlich ist Weihnachten. Außerdem werde ich mal ein bisschen das traditionelle Leben auf dem Land kennen lernen. Zunächst im Dorf, der Familie von Dorcas (meiner Mentorin) und dann auf dem Dorf bei der Familie meines Gastvaters. Da gibt es dann bestimmt vieeel zu erzählen!
Weraba bassebo ne bannyabo!!
Sponsorensuche
In den letzten Wochen haben Lena und ich eine Präsentation erstellt. Mehr dazu unter CHAIN & Sponsoren-Suche
(8) Oktober
01.11.2009
Olabiseeko!! Lang ist es her
So jetzt ist endlich meine neue Homepage online und fast schon wieder komplett. Das war ganz schön aufwändig alle Berichte, Fotos und und und rüber zuschieben und eine komplett neue Seite auf die Beine zu stellen. Deshalb konnte ich jetzt auch eine ganze Weile keinen Bericht schreiben. Entschuldigt J Jetzt aber!
Seit den Aufständen in Kampala ist ja mittlerweile fast ein Monat vergangen, in dem viel passiert ist.
Zunächst einmal haben Lena und ich festgestellt, dass wir uns innerhalb der 3(!!!) Monate (unglaublich wie schnell die Zeit vergeht!!) hier in Uganda schon ziemlich gut eingelebt haben. In unseren Gastfamilien fühlen wir uns mehr und mehr heimisch, ein stetig wachsender Freundeskreis hat sich aufgebaut, wir hatten unsere ersten Tanzkursstunden in traditionellen ugandischen Tänzen und im Projekt haben wir mittlerweile unsere eigenen Sachen auf die Beine gestellt. WOW ganz schön viel.
Wo soll ich anfangen?
Zur Gastfamilie gibt es nicht viel Neues zu berichten. Ich fühle mich immer noch seeehr wohl in der Familie, abgesehen von unserem total aggressiven Wachhund, der sich wohl nie an mich gewöhnen wird. Ich muss immer jemanden anrufen, bevor ich das Grundstück betrete, wenn es schon dunkel ist, damit sie ihn halten und mich reinlassenJ. Ach ja und letztes Wochenende (24. und 25. Oktober) war ich das erste Mal auf einer Introduction Ceremony. Hier in Uganda ist die Heiraterei nämlich etwas komplizierter. Bevor man in einer Kirche, ganz traditionell, heiratet (so wie wir es kennen), muss der Mann erst ganz offiziell, der Familie der Frau vorgestellt werden und einen Haufen von Geschenken mitbringen. Das ganze dauert ungefähr vier bis sechs Stunden. An dem Tag hatte ich auch zum ersten Mal ein Gomez an. (das traditionelle Kostüm, dass man zu allen möglichen besonderen Anlässen anzieht. Ältere Frauen haben es auch an ganz normalen Tagen an.) Es war ganz interessant mal diese Prozedur mitzuerleben, doch jedes Wochenende muss ich das nicht haben.. hehe. Ist doch zieeemlich langwierig und noch dazu alles auf Luganda. (Leider ist mein Luganda noch nicht so gut, dass ich da mitkommen kann...)
Dann haben Lena und ich vor ca. 3 Wochen einen Tanzkurs im National Theater angefangen. Es tut echt gut endlich mal wieder regelmäßig zu tanzen. Das vermisse ich hier doch sehr doll. Außerdem ist es total interessant, weil das eine Art von Tanzen ist, die sich sooo sehr von dem unterscheidet, was ich bis her gemacht habe. Es ist super anstrengend macht aber auch genauso viel Spaß. Ein sehr praktischer Nebeneffekt bei diesem Training ist, dass man viele nette Leute kennen lernt. Unglaublicherweise auch mega viele, die deutsch sprechen können und schon mal in Deutschland waren, wenigstens für zwei Monate. Das hat uns richtig überrascht, wie vieeele es sind.
Ach und was ich ja auch noch gar nicht erzählt habe: Am 3. Oktober war ja der Tag der Wiedervereinigung Deutschlands und die Deutsche Botschaft hier in Uganda hat uns in ein 5-Sterne-Luxushotel eingeladen. Es gab ein ziemlich leckeres Buffet, wobei sich alle wie wild auf den Käse gestürzt haben, hier gibt es nämlich keinen (nur in speziellen Läden, wo er ziemlich teuer ist und nicht mal besonders lecker..). Insgesamt war es doch ganz nett mal wieder so richtig deutsches/europäisches Essen zu essen. Ein bisschen schade war, dass die gesamte Veranstaltung ziemlich auf Bayern reduziert war. Stereotyp Deutschland. Sogar eine bayrische Schlagerband wurde extra eingeflogen… naja…
Aber richtig cool an dem ganzen Abend war, dass wir Navio kennen gelernt haben. Er ist ein ziemlich bekannter Musiker hier in Ostafrika. Erst waren wir uns nicht sicher, ob er wirklich ein Musiker ist und ob man ihm trauen kann, denn jeder kann ja ankommen und sagen ich mache Musik. Als wir dann aber Dorcas, unsere Mentorin gefragt haben, ob sie ihn kennt, hat sie uns erzählt, dass er total gute Musik macht und eben recht bekannt ist. Als wir uns einmal mit ihm getroffen haben, und eine kleine Tour mit der Limo durch Kampala machten, erzählte er uns auch ganz nebenbei, dass er im April eine Tour durch Afrika macht mit…. CULCHA CANDELA.. Wow!!! Und er uns dazu einlädt. Außerdem machen sie die gleiche Show auch in Deutschland!!!! Wir haben uns voooll gefreut. Und das Beste ist, er ist total bodenständig und wirkt überhaupt nicht wie so ein Star. Mittlerweile haben wir ihn auch schön öfter im Fernsehen gesehen.
Als letztes komme ich dann mal noch zum eigentlichen: mein Projekt!
Da Lena und ich mit der Zeit festgestellt hatten, dass uns die bisherige Arbeit bei CHAIN nicht voll auslastet, haben wir uns über eigene Projekte Gedanken gemacht. Was könnten wir selber in diesem Jahr auf die Beine stellen? Wir hatten mehrere Ideen und zwei davon konnten wir bzw. sind wir gerade dabei aufzubauen.
Zum einen suchen wir Sponsoren für Grundschulkinder. Viele der Kinder in unserer Gemeinde können nicht zur Schule gehen, weil die Schulgebühren für ugandische Verhältnisse ziemlich teuer sind. Da haben wir uns gedacht, dass wir eine Präsentation über Chain und die Kinder machen und sie dann an kleinere Unternehmen, Freunde und Bekannte schicken. Mittlerweile ist die Präsentation so gut wie fertig und es müssen nur noch die Anschreiben ausgedruckt und dann mit einer CD, wo die Präsentation drauf ist, verschickt werden. Außerdem werden wir die Präsentation auch per Email an Freunde verschicken, damit sie (ihr) sich mal nach potenziellen Sponsoren umhören oder selber einer werden. Wenn wir da Erfolg hätten, wäre das ein unheimlich gutes Gefühl. Denn wir haben die Familien auch besucht und kennen gelernt, sodass wir gute Profile von ihnen erstellen konnten. Das war seeehr aufregend und eine prägende Erfahrung. Bei der einen Familie war es besonders hart. Eine über 80jährige an Diabetes erkrankte Oma lebt mit 5 Enkelkindern zusammen in einem 7quadratmeter kleinen Raum. Sie selber hat alle ihre 10 (!!) Kinder verloren. Die Familie ist darauf angewiesen, dass Nachbarn ihnen helfen, damit sie wenigstens einmal am Tag etwas zu Essen haben (doch immer geht das natürlich nicht..). Es war für mich ziemlich hart und ich fand es sooo bewundernswert, dass die Großmutter immer noch ein Lächeln auf ihr Gesicht bekommt. Ich hoffe sehr, dass wir für die beiden Jungs in der Familie Sponsoren finden werden, und natürlich auch für all die anderen.
Als zweites Projekt, sind wir dabei ein Tanz-Theaterstück auf die Beine zu stellen, mit dem Thema AIDS und Stigmatisierung/Diskriminierung. Seit zwei Wochen treffen wir uns mit 12 Jugendlichen aus der Gemeinde. Hier hatte ich meinen ersten kleinen Kulturschock, seitdem ich in Uganda bin. Es ist soo erstaunlich, wie verschieden die Kulturen doch sind. Wo es in Deutschland das normalste von der Welt ist, Bescheid zu sagen, wenn man früher nach Hause muss, weil jemand krank ist, ist es hier selbstverständlich einfach hinauszumarschieren ohne auch nur ein Sterbenswörtchen. Natürlich war uns bewusst, dass die Arbeitsmethoden in Uganda ganz anders sind als in Deutschland und es für die Jugendlichen eine total neue Erfahrung ist, zum Beispiel in Gruppen selbstständig zu arbeiten, weshalb wir die Aufgaben auch ganz einfach gehalten haben, doch als sie dann nicht wussten was ein Dialog ist und sie auch nicht begriffen haben, dass sie ihn selber schreiben sollten, da war ich baff. Wir haben ihnen dann alles erklärt und auch wenn es ziemlich lange gedauert hat, bis sie es verstanden haben und es umsetzen konnten, waren wir von dem Ergebnis doch positive überrascht. Obwohl wir uns erst 3 Mal mit den Jugendlichen getroffen haben, haben beide Seiten schon unheimlich viel gelernt. Und schon jetzt konnten wir bei ihnen Fortschritte sehen. Ich bin sehr gespannt, wie das Stück am Ende aussehen wird!!!!
Na gut ich denke das war es erstmal an Neuigkeiten vom Projekt.
Zu mir persönlich kann ich sagen, dass meine letzte Woche leider nicht besonders schön war. In Gedanken war ich die ganze Zeit bei meiner Familie in Deutschland, weil meine Oma verstorben ist. Oma, ich hab dich ganz doll lieb und natürlich auch euch (Mama, Lindi, Matthias, Andreas, Lisa, Marion… alle die sie kannten). Ich war wirklich traurig in diesen Momenten nicht bei euch sein zu können, aber wir gesagt in Gedanken war ich es die ganze Zeit!!!
Weraba Babirye
Preschool Program
Den 2. Bericht über meine Arbeit im Projekt findet Ihr unter CHAIN / Programme
(7) Aufstände in Kampala
Der 10. September 2009, ein Tag den ich wohl nicht so schnell wieder vergessen werde…
Eigentlich wollten Lena und ich nur kurz etwas in der Stadt erledigen. Beim Post Office Briefe abschicken, ein paar Sachen kaufen und eventuell auch nach einer neuen Kamera für mich suchen. Als wir in der Innenstadt ankamen, fiel uns gleich auf das irgendwas in der Luft lag… Die Atmosphäre war komisch, anders. Aber wir dachten uns zunächst nichts dabei. Wir liefen also nichts ahnend die Strasse entlang, als uns plötzlich Menschengruppen entgegen gerannt kamen. Ich sah eine Frau in einen Shop springen und hinter ihr wurde gleich die Tür verriegelt. Das war echt ein komisches Gefühl, zu merken dass irgendwie etwas Bedrohliches in der Luft lag, man aber nicht weiß was los ist. Wir wussten echt nicht richtig was wir machen sollten. Weglaufen? In Sicherheit bringen? Panik bekommen? Ruhig bleiben? Erstmal Herr der Lage werden? Dann kamen auch noch Leute auf uns zu, die meinten wir sollten so schnell wie möglich von hier weg, nach Hause. Aber was war hier eigentlich los?? Instinktiv liefen Lena und ich erstmal zum Post Office, dem nächsten großen öffentlichen Gebäude. Zum Glück!! Das war wohl die einzig richtige Entscheidung… Wir standen also vor dem Gebäude, als dann auch schon ein besorgter Anruf meiner Gastschwester kam, wo wir seien. Sie riet uns dann auch auf jeden Fall dort zu bleiben, sie würde kommen uns abholen.
Ein Mann vor dem Post Office versuchte uns dann zu erklären, was los war. Doch außer das wohl ein Aufstand losgegangen war, haben wir nicht viel verstehen können. Allerdings reichte uns das auch erstmal, als dann auch schon die ersten Schüsse fielen und Lena und ich total zusammenzuckten. Ein Blick auf die Strasse zeigte uns eine Szene, die eigentlich nur aus einem Film sein konnte. Eine Menschenmenge rannte die Strasse entlang auch auf der Fahrbahn (Verkehr fand eh nicht mehr wirklich statt..). Als wir in die Richtung gucken, aus der alle herkamen, sah man nicht wirklich etwas. Die Leute schienen vor Nichts wegzurennen. Dann hörten wir wieder Schüsse, viel näher diesmal. Leute kamen direkt auf das Post Office zu gerannt. Wir sind schnell ins Gebäude rein und hinter uns wurde auch schon die Tür verbarrikadiert. Dann hieß es erstmal warten. Warten darauf, dass sich die Situation bessert und hoffentlich meine Gastschwester oder -vater kam, um uns abzuholen und nach Hause zu bringen.
plötzlich brach dann auch noch ca. 100 m vom Post Office entfernt ein ziemlich großes Feuer aus. Ich denke mal, dass ein Laden oder so in Brand gesteckt wurde. Als dann auch schon wieder Schüsse losgingen. Ich wollte nachschauen, woher sie kamen, um zu wissen, ob es auf uns zukam. Oh man und das war kein schöner Anblick. Menschen rannten um ihr Leben und vor der Polizei weg. Diese gab zunächst “nur” Warnschüsse ab, doch es dauerte nicht lange, bis sie auf Menschen schoss. Die Leute haben sich hinter Autos versteckt, um aus der Schusslinie zu sein. Und dann sind auch noch Soldaten aufmarschiert. Also wir dachten echt wir seien mitten in einer Filmkulisse. Ich konnte nicht fassen was da abging…
Dann rief Sandra, von unserem Projekt ganz besorgt an. Sie riet uns auch, dort zu warten bis alles vorbei wäre. Auch unsere Organisation schrieb eine SMS, um uns zu informieren, was in der Stadt los sei und um uns zu warnen. Für uns war es leider zu spät, aber ist ja auch klar, dass die nicht vorhersehen können, dass so etwas passiert.
Nach zwei Stunden warten im Post Office, kam der erlösende Anruf, dass meine Gastschwester Sanyu da sei und wir rauskommen sollten. Mittlerweile war es ruhiger geworden!! Über Seitenstrassen sind wir dann eine gute halbe Stunde nach Wandegeya gelaufen, um von dort ein Taxi raus aus der Stadt nach Hause zu nehmen. Dort angekommen, gab es aber fast überhaupt keine Transportmittel, die noch fuhren. Wir versuchten noch mal meinen Gastvater zu erreichen und warteten erstmal. Dann rief unglücklicherweise auch noch meine Mutter an. Ich versuchte ruhig zu klingen und mir nichts anmerken zu lassen. Sie musste ja nicht gleich wissen was los war...
Irgendwann erreichten wir Sam (meinen Gastvater) und liefen eine weitere halbe Stunde bis zu seinem Office. Weil in Richtung Stadtzentrum, war es nicht sicher zu fahren. Eeeendlich im Auto fühlte ich mich dann das erste Mal wirklich wieder sicher. Da merkte ich und realisierte glaube ich auch erst, was eigentlich los war und ich fühlte mich unglaublich erschöpft. Wir warteten noch auf Dorcas um sie mitzunehmen, denn sie war auch in der Stadt und hatte keine Ahnung, wie sie nach Hause kommen sollte. Bis wir endlich zu Hause ankamen, vergingen weitere zwei Stunden, denn es war den ganzen Weg über Stau, logisch, weil alle aus der Stadt raus wollten.
Das war ein wirklich heftiger Tag! Ich erlebte hautnah mit, was ich noch vor einem halben Jahr in der Schule über Entwicklungsländer lernte und was man sonst weit weg im fernen Europa (Deutschland) in den Nachrichten sieht. Ein (hoffentlich) einmaliges Erlebnis, was ich so schnell nicht wieder erleben will. Hoffen wir, dass sich der Konflikt zwischen Regierung und dem Königreich Buganda gelegt hat, bzw. in Zukunft friedlich gelöst wird.
(Auf die näheren politischen Fakten möchte ich hier nicht eingehen. Aber im Internet findet ihr bestimmt einiges an Informationen!)
Holiday Program
Meinen 1. Bericht über meine Arbeit im Projekt findet Ihr unter CHAIN/Programme
(6) 22.8. - 3.9.09
Kulikayo!!! (Welcome back)
Sorry, ich weiß ich habe schon lange nicht mehr geschrieben. Ich habe mich zu sehr auf Email konzentriert!!! Aber jetzt hol ich mal ein bisschen was nach:
Am Wochenende vom 21. und 22. August waren Lena und ich mit den anderen Freiwilligen recht spontan in Jinja, ein Touristen Stadt 80 Km von Kampala entfernt. Wir haben in einem zwar billigem (8 Euro die Nacht) aber doch recht hübschen und sauberen Hotel gewohnt. Jinja war nicht ganz so schön wie wir es uns vorgestellt haben, weil es einfach wirklich eine Stadt hauptsächlich für Touristen ist. Die ganzen Shops und Restaurants sind total überteuert. Und da gibt es dann so total die typischen afrikanischen Souvenirs. Und man sieht halt an jeder Ecke Weiße. Ich würde sagen, dass Jinja keine typisch ugandische Stadt ist, zumindest wenn man es mit Kampala vergleicht.
Wir sind zu den Bujagali (ich weiß überhaupt nicht wie das geschrieben wird...:-P) Wasserfällen gefahren. War echt schön dort. Uns wurde dann auch so ein kleiner Bootstrip angeboten für nur einen Euro umgerechnet. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Am Abend sind wir dann auch in ein Muzungu Restaurant gegangen, was auch wieder total teuer war.
Am zweiten Tag sind wir noch zum Source of Nile gegangen, war eine ziemlich schöne Aussicht. Da war auch wieder ein recht teures Restaurant, wobei das Essen nicht halb so gut war... naja egal einmal kann man es sich ja mal erlauben etwas teurer zu leben...
Am 26. August waren Lena und ich wieder beim DEWE Projekt, wo wir mit unserem selbstgebauten Ofen, Kuchen gebacken haben, mit Karamell (!!) hmmm seeeehr lecker. Ich muss sagen das war ein gelungener Leckerbissen. Davon habe ich auch Fotos hochgeladen. So ein bisschen stolz ist man da ja schon… Wir haben auch zwei große Kuchen mit zum Office genommen und allen hat er seeehr gut geschmeckt!!!
Letztes Wochenende (29.- 30. August) war ein sehr aufregendes!!!
Am Samstag sind Lena, Mimi (die Schwester meiner Mentorin Dorcas) und ich zu einer Hochzeit gegangen. Die Erste überhaupt für mich. Leider war es keine traditionelle Hochzeit, wie Lena und ich es uns erhofft hatten, und wohl auch keine typische für Uganda, weil es eine relative kleine Feier war. Als wir, eine halbe Stunde zu spät (den Stau hier kann man echt nie gut einschätzen!!), bei der Trauung ankamen, waren gerade mal um die 15 Gäste da und selbst die Braut beehrte uns noch nicht mit ihrer Anwesenheit. Letztendlich begann dann alles eine Stunde später… (ein paar mehr Gäste waren auch anwesend). Abends gab es dann noch eine Reception, quasi eine After-Wedding-Party. Da waren schon mehr Gäste, wie viele hier selbst sagen, liegt das daran, dass es hier die Hochzeitstorte gibt, das lockt die Menschen an, hehe. Es war aber am Ende doch noch eine lustige Feier. Rührend wurde es dann, als das Brautpaar sich bei seinen Eltern bedankte und sie sich umarmt haben… *seufz*…
Nach der Hochzeit konnten Lena und ich zum erstmal das Nachtleben von Kampala kennen lernen. Die Musik war der Hammer, endlich konnte ich mal meine Tanzwut befriedigen ;-)… Es war wirklich ein seeeehr gelungener Abend!!!
Und nuuuuun endlich zu meiner Familie, denn am 30. August habe ich meine Gastfamilie kennen gelernt. Sie ist schon recht wohlhabend, aber suuuuper nett, offen und fröhlich. Ich habe mein eigenes Zimmer mit Bad. Unter Bildern könnt ihr auch schon Fotos davon betrachten. Am kommenden Samstag werden wir wahrscheinlich eine Oma der Familie besuchen, die auf dem Dorf wohnt. Da bin ich schon ganz gespannt!!! Ich werde auch darüber natüüüüürlich Bericht erstatten.
Das Essen in meiner Familie ist auch nicht gerade von schlechten Eltern, also wirklich suuuuper lecker. Es gibt jeden Tag FRISCH GEPRESSTEN SAFT (!!!!!) und ganz frische leckere Ananas und andere Früchte. Aber auch das rechtliche Essen… hmmm lecker, lecker. Ich hatte ja etwas Sorge bevor ich nach Uganda gekommen bin, dass ich das Essen hier nicht mögen würde und dann die pingelige Weiße aus Europa bin, die sich komisch anstellt. Aber ich kann glücklicherweise wirklich sagen, dass es absolut nicht so ist!!! Alles seeeehr lecker.
So ich glaube, da hab ich das wichtigste von der letzten Zeit aufholen können. Bald wird es auch noch Neues über meine Arbeit im Projekt zu berichten geben, denn in zwei Wochen beginnt ein neues Programm (Preschool-Program), da die Ferien hier am Montag zu ende sind.
Liebe Grüsse aus dem fernen Uganda
Weraba, Babirye
(5) OFENPROJEKT
21. August 2009
Wasuze otyanno? (=Wie geht’s?)
In den letzten zwei Tagen, durfte ich eine weitere sehr spannende und interessante Erfahrung machen. Ich habe mit meinen eigenen Händen und zusammen mit anderen einen OFEN gebaut!!! Wow, es ist wirklich etwas anderes, wenn man selbst etwas baut, gestaltet! Das hat soooo Spaß gemacht! Auch wenn der erste Tag etwas beschwerlich war, weil es mir nicht so gut ging. Aber ich beginne mal von vorne:
Das Projekt, das Lena und ich zusammen mit Dorkas besucht haben, heißt “Dewe”. Es ist eine Mischung aus Bäckerei und rieeeesigem Garten, der so ziemlich alles enthält was man sich nur vorstellen kann: Mangobäume, Cassawa, Bananen, Jackfruit, Vanille, Kartoffeln, Pfefferminze und andere Kräuter, die man gegen alle möglichen Beschwerden nehmen kann und und und… Nach der langen Anreise, das Projekt ist ziemlich ländlich gelegen und von einer wunderschönen Landschaft umgeben, in der Nähe des Viktoria Sees, bekamen wir erstmal eine fast 2 Stunden dauernden Führung durch den Garten. Danach gab es Tee und eine kleine Verschnaufpause, ja es ist anstrengend sich durch den “fast Busch” zu kämpfen ;-) ... hehe
Dann fing die richtige Arbeit an. Wir haben Steine gesammelt, um den unteren Teil des Ofens zu bauen, in dem wir einen hohen Steinkreis legten, der dann mit Sand gefüllt wurde. Das war eine heiden Arbeit, aber es hat Spaß gemacht. Wir saßen dann noch ein bisschen rum und haben etwas gegessen und dann ging es auch schon zurück. Und dass durch den uuuuuuuuunfassbaren Stau von Kampala City. Ich hatte den ja schon kurz beschrieben und dachte, dass sei schon krass, aber nein es geht noch schlimmer!!! Wow wie die Geier haben sich die Leute in die Taxis gestürzt, wenn denn mal eins vorbeikam, dass noch einen Platz frei hatte. (Die Taxis hier sind kleine Minibusse) Wir haben dann entschieden uns in eine Bar zu setzten bis das schlimmste vorbei ist. Insgesamt haben wir drei lange Stunden bis nach Hause gebraucht!!
Am zweiten Tag des Projektes OFEN, haben wir uns relativ schnell an die Arbeit gemacht und den oberen Teil des Ofens gebaut. Es wurde erst ein Sandhaufen darauf geschüttet und dieser dann mit einer Masse aus, Erde, Stroh und Wasser umhüllt, die wir in Quadern geformt haben. Als letzten Schritt wurde der Ofen dann noch dekoriert!! Das hat am meisten Spaß gemacht. Unter Bilder werdet ihr, wenn gleich alles gut geht beim Hochladen, die entsprechenden Fotos dazu finden!!
So das war mein wundervolles kleines Nebenprojekt “Ofen”!!! Ansonsten geht es mir wie immer prächtig.
Weraba
Ach und ich habe schon einen afrikanischen Namen bekommen: Babirie (ich bin mir nicht sicher, wie er richtig geschrieben wird, aber das werde ich noch herausfinden). Zur Begründung warum Babirie: Zwillinge, haben hier bestimmte Namen, abgesehen von ihren richtigen und der ältere heißt Babirie, der jüngere Zwilling Nakato. ;-)
(4) 11. - 17.8.09
Olyotya (Hallo) Nun ist die Orientierungswoche um und auch unser erstes Wochenende liegt hinter uns.
Erstmal zum Projekt: Die erste Woche war sehr aufregend und interessant, wir haben viele neue Eindrücke gewonnen und schon jetzt wertvolle Erfahrungen sammeln dürfen.
Wir haben zum Beispiel zwei Familien im Slum, der Community die direkt hinter dem Chain Office liegt (bei den Fotos unter Chain könnt ihr diese sehen), besucht. Sobald wir den Slum betreten haben, hat es keine Minute gedauert und es sind 10 Kinder hinter uns her gerannt, die Muzungu Muzungu (Weiße, Weiße) gerufen haben... seehr amüsant :-)
Die erste Familie besteht aus 9 Kindern und der Mutter, der Vater hat die Familie verlassen. Die Mutter hat keinen Job und muss trotzdem irgendwie durchkommen. Sie verkauft manchmal so kleine Schälchen, die sie aus Baumrinde macht oder so ähnlich, aber das reicht nicht wirklich zum leben. Wie sie den Alltag letztlich meistert, ist mir unerklärlich, aber sie schafft es dennoch, weshalb ich großen Respekt vor ihr habe. In der anderen Familie sind es 5 Kinder deren Mutter AIDS hat UND Krebs. Die Mutter schottet sie ab von der Gesellschaft, weil sie sich für sie schämt, reden tut sie aber auch nicht mit ihrer Tochter. Man hat an dem Gesicht der Frau gesehen, was sie schon alles durchgemacht hat. Sie hat unglaublich leise gesprochen, uns nie angeschaut und nur ein einziges mal im Gespräch einen Ansatz von Lächeln gehabt. Es war trotzdem beeindruckend zu sehen, wie sehr sie trotzdem gezeigt hat, dass sie weiterhin Hoffnung hat und nicht aufgeben wird. Sie war auch sooo dankbar nur dafür, dass wir gekommen sind um sie zu besuchen. Dabei waren wir dankbar dafür, dass sie so offen mit uns geredet hat.
Am nächsten Tag sind wir dann Schulen besuchen gegangen, wo Kinder die von Chain gesponsert und unterstützt werden hingehen. Die erste Schule war sehr schön gestaltet, davon werde ich auf jeden Fall noch Fotos reinstellen. Wir haben dann mit den Direktoren gesprochen und uns als Volunteers vorgestellt, damit sie wissen wer wir sind.
Außerdem sind wir am Freitag auch zu den verschiedenen Partnern von Chain gefahren, um uns auch da vorzustellen und Neuigkeiten der jeweiligen Organisationen auszutauschen. Das haben wir gleich morgens gemacht und es war ein laaaaaaaaaaaaaaaaaanger morgen, aber doch sehr interessant. Danach sind wir noch “kurz” ins Zentrum von Kampala gefahren, um etwas zu erledigen. Dieses kurz dauerte mal eben 2-3 Stunden, hehehe. Abends haben wir dann eine kleine gemütliche Banana-Party gemacht und uns gut unterhalten. Dorkas hat mich eingeladen, das Wochenende bei sich zu verbringen.
Samstag mussten wir ein paar Sachen erledigen, wieder in Kampala City… und dann haben wir den Tag über Karten gespielt und wieder vieeeele leckere Früchte gekauft und sie abends genossen.
Sonntag ging es in die Kirche. Das war richtig toll!! Ein bisschen wie ein kleines Konzert, alle haben gesungen, getanzt und gebetet. Der Priester hat seine Rede sehr lustig gestaltet, so dass es nicht langweilig wurde. Obwohl es manchmal etwas schwer war zu verstehen, da ich von der Bibel und Gott nicht so viel weiß.
Sooo meine Lieben fleißigen Leser ... das war erstmal das neueste Update... Scheut Euch nicht, mich per Mail anzuschreiben, wenn ihr Fragen habt oder manches noch genauer wissen wollt, ich bin gern bereit alle so gut es geht an meinem Abenteuer Uganda teilhaben zulassen.
Weraba
(3) ANKUNFT IM PROJEKT & GASTFAMILIE
So da bin ich wieder ...
Ich bin mittlerweile in meinem Projekt und meiner Gastfamilie angekommen.
Zunächst mal vom Projekt: CHAIN (The Community Health And Information Network) Gestern hat Sandra (sie ist diejenige, die mit Deutschland kommuniziert hat) Lena (eine andere Freiwillige aus Deutschland) und mich vom UVP Office(Uganda Volunteer for Peace) abgeholt und wir sind auf direktem Wege durch den unglaublich chaotischen, aber lustig anzuguckenden “Verkehr” zu unserem Projekt gefahren. Es ist nicht zu glauben, dass es hier eigentlich Verkehrsregeln gibt. Denn jeder faehrt wirklich so wie es ihm gerade passt.
Naja aber komm ich nun zu meinem tollen Projekt, Chain. Das Office ist der Hammer! Es ist ziemlich modern eingerichtet. Ich werde hoffentlich bald Bilder davon reinstellen können. Lena und ich haben ein eigenes BÜRO!!! MIT INTERNET.. das war echt eine Überraschung für uns. Sandra und Dorkas (unsere Mentorin) haben uns sehr lieb empfangen, sie hatten alles perfekt vorbereitet und uns gezeigt, wie sehr sie sich freuen, dass wir gekommen sind. Sie haben uns das Haus und den Hof gezeigt. Es gibt einen Computerraum, einen Motivation Room (für die Kinder), einen Meetingroom und sogar einen Raum mit mehreren Nähmaschinen wo Jugendliche Nähen lernen können.
Nachdem wir das ganze Haus gesehen haben, wurden wir gefragt, was wir essen wollen und sie haben uns “bewirtet”. Dann gab es sogar noch eine Programmplan für uns. Der aber erst für die nächste Woche gilt, denn die erste Woche haben sie uns gelassen, um erstmal richtig anzukommen und die Gegend kennen zu lernen, die sie uns zeigen. Wir waren sogar bei ihnen zu Hause.
Dann sind wir zu unseren Familien gefahren. Meine Gastmutter war leider nicht da, weil sie mit dem jüngeren Kind im Krankenhaus ist. Ich glaube sie meinte er hat Meningitis. Es haben mich also die Schwester meiner Mutter, Florence (22), mit ihr werde ich das Jahr über das Zimmer teilen, Cloe (13), meine Gastschwester und die Haushälterin Mary empfangen. So, die erste Begegnung verlief nicht ganz so wie erhofft. Alle waren sehr schüchtern und redeten nicht viel mit mir. Wir blieben auch nur kurz da und fuhren dann zu Lenas Familie. Auch da war nur ein Gastbruder zu Hause, da der Rest der Familie noch arbeitete.
Wir sind dann noch mal ins Zentrum von Kampala gefahren und Sandra hat uns ein bisschen die Gegend gezeigt. Wow sooo viele neue Eindrücke. Ich habe das Gefühl als würde ich mich, mit meinem schlechten Orientierungssinn niemals in Kampala zurechtfinden und das als absolutes Großstadtkind hehe…aber das wird sicherlich schon, auch wenn es seine Zeit dauern kann.
Abends ging es dann, auf einem boda-boda (!!!!) zurück zu den Familien. Boda-bodas sind kleine Mopeds, die wie Taxis fungieren. Das ist richtig lustig. Abends hatte ich dann Gelegenheit mit Florence richtig zu reden. über meine Familie kommt später mehr, erstmal werde ich sie richtig kennen lernen.
Soooo endlich hatte ich mal die Chance euch ausführlich von dem zu erzählen, was hier in Uganda so vor sich geht.
Das war es aber erstmal von der kleinen Rosa aus der großen, großen Welt…
(2) DIE ERSTEN TAGE 5. - 7.8.09
Hallo hier alle,
jetzt bin ich hier schon 5 Tage.. wow, die Zeit beginnt jetzt schon zu rennen. Die Leute hier, also die Teamer und auch die anderen Volunteers sind wirklich super nett und ich merke schon, dass mein Englisch sich bessert. Das einzige was etwas ungewohnt ist und womit es schwierig ist umzugehen, dass viele hier einen abziehen wollen. Es gibt hier die Muzungu (Weiße)-preise und man muss echt aufpassen nicht komplett über den Tisch gezogen zu werden. Gleich vom Flughafen zum Camp wurden wir damit konfrontiert. Zwei Mädels von hier brauchten noch ein Moskitonetz und der der uns abgeholt hat, meinte gebt mir das Geld ich kaufe es euch. Na ja man hat dann gleich gesehen, dass er sich selbst einen kleinen Anteil auf den Preis rauf geschlagen hat. Es war nicht viel, vielleicht umgerechnet 1 Euro, aber gleich in der ersten Stunde so ein bisschen verarscht zu werden ist ein komisches Gefühl. Man kommt sich etwas blöd vor. Aber damit werden wir wohl leben müssen und umso länger wir hier sind umso seltener wird es bestimmt passieren. Und es gibt ja auch schlimmeres, als um einen Euro gebracht. Alles in Allem ist es hier wunderschön und ich bereue es noch kein bisschen, hierher gekommen zu sein!!!
Gerade waren wir in Kampala, das erste Mal in der Hauptstadt. It was amasing!!!! Aber vor allem auch laut, chaotisch und sehr lustig anzusehen, wie die Leute sich hier auf der Strasse verhalten. Jeder fährt und hupt einfach und irgendwie wird es schon gehen, und es stimmt!! Hehehe. Was echt mal eine gute Idee ist, ist, dass die Leute sich hier ihre Häuser und Läden von großen Unternehmen (wie Handyanbieter) anstreichen lassen. So machen sie Werbung für sie und haben gleichzeitig eine schön gestrichene Wand, super Pink zum Beispiel.
Sooo meine lieben, jetzt gleich gibt es Essen (was übrigens auch suuuuper lecker ist!!)
Na dann, Weraba!!
(1) ANKUNFT 3. - 4.8.09
Soo es ist Zeit für meinen ersten Eintrag!!!!!
Seit zwei Tagen bin ich nun hier in Uganda und es ist suuuuuper. Mein Flug war erstmal echt luxuriös.. Emirates scheint wirklich eine super Airline zu sein. Die sitze waren komfortabel, man hatte super viel Entertainment (Filme, Spiele und es gab sogar eine Kamera, die unten am Flugzeug angebracht ist und man kann sehen über was man fliegt...) und es gab wirklich gutes Essen nicht so ein "typisches Flugzeugessen".
Und dann eeeeeeendlich, wir landen in UGANDA. Das war aufregend. Alles lief glatt. Es stand auch gleich schon jemand da, Martin, der uns abgeholt hat. Und nach noch etwas warten (es gab nur ein Auto für alle, so dass erst einige vorgefahren sind) ging es dann direkt ins Camp. Es ist direkt am Viktoriasee, man hat echt einen wundervollen Ausblick. Und hier auf dem Gelände leben viele "wilde" Tiere, z.B. Affen und so komisch große hässliche Vögel :-)
Außerdem gibt es fließend Wasser und Strom, also noch merke ich nichts vom "Buschleben" hier.. mal sehen vielleicht kommt es noch.
Wahrscheinlich werde ich in der Nähe von Kampala wohnen und nicht wie erwartet im Projekt sondern in einer Gastfamilie. Aber sicher ist hier nichts, weil jeder einem etwas anderes erzählt.. hehe daran muss man sich wohl gewöhnen... also besser auf nichts einstellen :-)
So wow das war mein erster Eintrag, ich hoffe ich kann sehr bald wieder von mir hören lassen und dann hoffentlich auch Fotos reinstellen.